Auf den Spuren der Vielfalt in Skopje

Heute nehmen wir euch wieder mit auf unsere Erasmus+-Reise durch Nordmazedonien.
Schon früh morgens sitzen wir gemeinsam mit einigen Schüler:innen aus Bucin und Krushevo im Bus, um unsere dreistündige Fahrt in die Hauptstadt Skopje anzutreten. Bereits bei der Einfahrt in die Stadt fällt uns die religiöse Vielfalt auf. Unterschiedliche Kirchen und religiöse Bauwerke prägen das Stadtbild und stehen teilweise in unmittelbarer Nachbarschaft. Für uns ist das eine spannende Gelegenheit, genauer hinzuschauen und wahrzunehmen, wie vielfältig religiöse Traditionen das Leben in einer Stadt prägen können. Wir besuchen die neuere Kirche des heiligen Konstantin und der heiligen Helena und besichtigen anschließend eine orthodoxe Kirche. Ein ganz besonderer Dank gilt dem Priester Zdravko, der sich eigens Zeit für uns nimmt und uns spannende Einblicke in die orthodoxe Glaubenstradition ermöglicht. Dabei stehen nicht nur Architektur und religiöse Symbole im Mittelpunkt, sondern auch die Bedeutung von Gemeinschaft und Tradition für das Leben der Menschen in Nordmazedonien.
Bei einem Stadtrundgang entdecken wir eine Stadt voller Kontraste. Unterschiedlichste kulturelle Einflüsse und religiöse Traditionen erzählen von einer bewegten Vergangenheit. Ein besonderer Ort ist auch das Mutter-Teresa-Haus mitten im Stadtzentrum. Es erinnert an die Friedensnobelpreisträgerin, die 1910 in Skopje geboren wurde und sich ihr Leben lang für Menschen in Not einsetzte. Die Architektur des Hauses verbindet Elemente eines traditionellen makedonischen Bürgerhauses mit einer Kapelle und indischen Gestaltungselementen. Schon hier wird sichtbar, wie unterschiedliche kulturelle Einflüsse miteinander verbunden sind und über Ländergrenzen hinweg wirken.
Im Old Bazar von Skopje tauchen wir dann in eine ganz eigene und spannende Atmosphäre ein. In den engen Gassen scheint irgendwie die ganze Welt aufeinander zu treffen. Moscheen, traditionelle Geschäfte und kleine Lokale zeugen davon, wie verschiedene kulturelle Einflüsse das Leben in der Stadt bis heute prägen. Ein sehr bewegendes Kapitel der Stadtgeschichte begegnet uns auch am ehemaligen Bahnhof. Am 26. Juli 1963 erschütterte ein schweres Erdbeben die Stadt und zerstörte große Teile des damaligen Stadtgebiets. Mehr als tausend Menschen verloren ihr Leben, Hunderttausende wurden obdachlos. Die Uhr an der Fassade des teilweise noch erhaltenen Bahnhofs blieb bei 5:17 Uhr stehen, zu genau jener Zeit, als das Erdbeben die Stadt traf. Heute befindet sich in dem historischen Gebäude das Museum der Stadt Skopje. Die stehen gebliebene Uhr erinnert an die Katastrophe und an die Menschen, deren Leben sie für immer veränderte. Gleichzeitig erzählt Skopje eine Geschichte des Wiederaufbaus und der Solidarität. Nach dem Erdbeben erhielt die Stadt Unterstützung aus zahlreichen Ländern. Aus der Zerstörung entstand ein gemeinschaftlicher Neubeginn, der Skopje bis heute prägt. Dass uns Priester Zdravko persönlich durch Teile dieser Stadtgeschichte begleitet und seine Perspektiven mit uns geteilt hat, macht diesen Tag besonders wertvoll.
Müde steigen wir schließlich wieder in den Bus zurück nach Krushevo. Wir nehmen viele Eindrücke mit und sind uns jetzt schon einig, dass dieser Tag in Erinnerung bleiben wird. "Von der Europäischen Union finanziert. Die geäußerten Ansichten und Meinungen entsprechen jedoch ausschließlich denen der Autorin oder des Autors bzw. der Autorinnen oder Autoren und spiegeln nicht zwingend die der Europäischen Union oder der OeAD-GmbH wider. Weder die Europäische Union noch die OeAD-GmbH können dafür verantwortlich gemacht werden.“








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