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Krusevo mit offenen Augen entdecken

Autorenbild: Brigitte Rambichler-Praxmarer
Brigitte Rambichler-Praxmarer
vor 2 Tagen
3 Min. Lesezeit



Willkommen in Krusevo! Wo könnte man besser in das Thema Freiheit und Mitbestimmung eintauchen als an diesem besonderen Ort? Krusevo liegt auf rund 1.300 Metern Seehöhe und wird häufig als höchstgelegene Stadt des Balkans bezeichnet. Hier wohnen wir während unseres Aufenthaltes in Nordmazedonien.


Geschichtlich ist dieser Ort eng mit dem Streben nach Freiheit verbunden. Was bedeutet Freiheit? Wie können junge Menschen mitbestimmen? Und wie gehen wir mit unserer Umwelt um? Mit diesen Fragen sind wir mit unseren neu gewonnen Freunden, den Schüler:innen aus Bucin  unterwegs.


Beim Spaziergang durch die Altstadt entdecken wir traditionelle Häuser und lernen die kulturellen Besonderheiten des Ortes kennen. Wir schauen genauer hin, achten auf Details und tauschen uns darüber aus, was uns auffällt. Dabei geht es nicht nur um alte Mauern und besondere Gebäude, sondern auch um die Menschen, ihre Lebensweise und ihr Handwerk, die den Ort prägt. Hier dürfen wir auch bei einem Faßbinder zuschauen, wie Handwerk traditionell gelebt wird.


Krusevo ist eng mit einem besonderen Kapitel der Geschichte verbunden. Während des Ilinden-Aufstands wird hier die Republik Krusevo ausgerufen. Sie bestand nur zehn Tage, doch die Idee von Freiheit und Selbstbestimmung bleibt bis heute eng mit diesem Ort verbunden. Am Makedonium, dem eindrucksvollen Denkmal des Ilinden-Aufstands und die Republik Krusevo, beschäftigen wir uns mit dieser Geschichte. Seine ungewöhnliche Architektur hebt sich deutlich von den traditionellen Häusern der Altstadt ab. Wir sprechen darüber, was Freiheit damals bedeutet und was sie für uns heute heißt. Was bedeutet es, eigene Gedanken auszusprechen und mitbestimmen zu dürfen? Wie können Menschen mit unterschiedlichen Vorstellungen gemeinsam etwas gestalten? Und welche Möglichkeiten haben wir selbst, unser Zusammenleben zu beeinflussen? Demokratie beginnt nicht erst in der Politik, sondern auch dort, wo wir einander zuhören, unterschiedliche Meinungen ernst nehmen und gemeinsam nach Lösungen suchen.


Mit offenen Augen erkunden wir auch die Umgebung. Wie gehen wir mit öffentlichen Räumen und unserer Natur um? Was fällt uns auf, wo erkennen wir Herausforderungen und was könnten wir selbst verbessern? Unsere Beobachtungen knüpfen an die Umweltaktionen an, die wir während unserer Erasmus+-Woche gemeinsam mit den Partnerschulen in Sevo Mitrani, Presil und Bucin durchführen. Schnell wird deutlich, dass die  Verantwortung für die Umwelt im eigenen Lebensumfeld beginnt. 


Doch wie erzählen wir anderen von dem, was wir erleben? In gemischten Teams wählen wir drei innere Bilder aus, die für uns Kultur, Demokratie und Umwelt sichtbar machen. Wir überlegen, welche Botschaften unsere Bilder erzählen und welche Idee für eine positive Veränderung wir damit verbinden. Gemeinsam mit unserem Gastgeber Dragan Jankoski beschäftigen wir uns mit der Frage, was gutes „Storytelling“, also guten Journalismus ausmacht und welche Bedeutung die Meinungsfreiheit hat. Genau hinsehen, die richtigen Fragen stellen, Informationen sorgfältig prüfen und verständlich wiedergeben sowie zwischen Beobachtung und persönlicher Meinung unterscheiden, all das gehört dazu. Denn wer über Menschen und Ereignisse berichtet, trägt auch Verantwortung dafür, wie sie dargestellt werden. Mit diesem Wissen, verfassen die Schüler:innen Beiträge für unsere Homepage und den künftigen Newsletter der Gemeinde Krusevo, der in unserem Erasmus+-Projekt entstehen wird.


So wird unser Tag in Krusevo zu mehr als einer Entdeckungsreise. Wir lernen, unsere Umgebung bewusster wahrzunehmen, unsere Gedanken auszudrücken und unsere Ideen mit anderen zu teilen. Und wir erleben, dass wir gemeinsam etwas bewegen können, auch wenn wir aus unterschiedlichen Ländern kommenund verschiedene Sprachen sprechen. Denn Brücken entstehen, wenn wir neugierig bleiben, einander zuhören und unsere Sicht auf die Welt miteinander teilen. "Von der Europäischen Union finanziert. Die geäußerten Ansichten und Meinungen entsprechen jedoch ausschließlich denen der Autorin oder des Autors bzw. der Autorinnen oder Autoren und spiegeln nicht zwingend die der Europäischen Union oder der OeAD-GmbH wider. Weder die Europäische Union noch die OeAD-GmbH können dafür verantwortlich gemacht werden.“





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