Das Weltklimaspiel an der SFGL
- Brigitte Rambichler-Praxmarer

- vor 9 Stunden
- 3 Min. Lesezeit
3 Tage lernen, handeln, verstehen
An unserer Schule wurde kürzlich das (weltklimaspiel.org) durchgeführt — ein intensives, interaktives Lernformat, das über drei Tage läuft und die Schüler:innen in die Rolle von Entscheidungsträger:innen versetzt. Das Spiel wurde von Carmen Feuchtner (www.weltderkinder.at) und Sylvia Kink-Ehe begleitet. Die Kosten trugen der Sponsor der Schule für globales Lernen und die Weitblick GmbH. Wir sagen herzlichen Dank!
Was ist das Weltklimaspiel?
Das Weltklimaspiel ist ein dreitägiges, hochspannendes und komplexes Strategiespiel, das auf einer wissenschaftlich fundierten Klima‑ und Wirtschaftssimulation basiert. Es wird hybrid durchgeführt (analog & app-basiert). Die Teilnehmer:innen tauchen in eine Spielwelt ein, die reale Herausforderungen des globalen Klimawandels und der gesellschaftlichen Entwicklung widerspiegelt. In ihr gilt es, Lösungen für Herausforderungen der Gegenwart zu finden. Die Teens erhalten Einblick in die Entwicklung unseres Wirtschaftens, sie bilden Regierungen und treffen Entscheidungen über künftige Verläufe. Dabei übernehmen sie die Rollen von Akteur:innen aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft.
In Jahrzehnte gefasste Spielrunden ermöglichen es, vergangene wie künftige Phasen globaler Entwicklungen zu durchlaufen. Ziel ist es, strategische Entscheidungen zu treffen, die eine nachhaltige, soziale und wirtschaftlich tragfähige Zukunft ermöglichen.
Lernen durch Handeln
Als Mitwirkende im Spiel erarbeiteten sich die Jugendlichen im Verlauf von drei Tagen eine solide Grundlage für das Mitdenken und -gestalten in großen Gruppen. Die Schüler:innen erlebten, wie vielschichtig globale Herausforderungen sind: Ihre Entscheidungen beeinflussten Klima, Wirtschaft und Gesellschaft. Während des Spiels sahen sie unmittelbar, wie politische Maßnahmen, Wirtschaftsstrategien oder soziale Initiativen Wechselwirkungen und Konsequenzen erzeugten. Krisen, wie extreme Wetterereignisse, soziale Ungleichheiten oder Umweltprobleme entstanden dynamisch im Spielverlauf – und mussten gemeinsam gelöst werden. Das Spiel vermittelte auch, welche Kräfte die Entwicklung neuer Berufe vorantreiben.
Diese direkte Erfahrung hilft unmittelbar, Komplexität begreifbarer zu machen und Verantwortungsbewusstsein zu stärken. Es geht nicht nur um abstraktes Wissen, sondern darum, konkrete Entscheidungen zu treffen und deren Auswirkungen zu erleben. Die Teens konnten gesamtgesellschaftliche Entwicklungen nachvollziehen und eignen sich Voraussetzungen für den Austausch auf gleicher Augenhöhe mit Entscheidungsträger:innen an.
Soziale Kompetenzen stärken
Das Weltklimaspiel ist kein gewöhnliches Brettspiel, denn die Schüler:innen müssen verhandeln, kooperieren und abwägen, wie verschiedene Interessen harmonisiert werden können. Teamarbeit, Kommunikation und Empathie stehen im Vordergrund, denn nur gemeinsam lassen sich tragfähige Lösungen entwickeln. Durch das Rollenspiel erfahren die Teilnehmenden, wie wichtig Kompromisse und Verständigung sind. Diese Erfahrungen wirken über das Spiel hinaus: Die Schüler:innen erkennen, wie vernetzt soziale, ökologische und ökonomische Fragen sind und wie wichtig gemeinsames, verantwortliches Handeln in einer globalisierten Welt ist.
Was bleibt?
Nach drei Tagen intensiver Auseinandersetzung mit realitätsnahen Themen konnten viele Schüler:innen ein solides Verständnis von politischem und wirtschaftlichem Handeln aufbauen, dass ein tieferes Verständnis für den Klimawandel, globale Zusammenhänge und die Bedeutung von Kooperation ermöglicht. Sie fühlen sich besser befähigt, über komplexe Fragen nachzudenken – und dabei nicht nur zuzuschauen, sondern aktiv mitzugestalten. Das Weltklimaspiel an der SFGL war damit mehr als ein Lernformat: Es war eine Erfahrung, die zum Denken, Handeln und Miteinander einlädt.
Ab Anfang März werden die Jugendlichen nun eingeladen, Herausforderungen in ihrem eigenen Umfeld zu identifizieren und für diese Lösungsansätze zu entwickeln:
Was trägt zu einem ausgewogenen Miteinander von Menschen sowie Mensch und Natur bei? Welche Anstöße können die Jugendlichen selbst dazu geben? Wie lassen sich die Erfahrungen aus dem Weltklimaspiel in ihre reale Welt übertragen? Am 9. Juni 2026 ist eine Jugendkonferenz geplant, anlässlich derer die Jugendlichen ihre Erfahrungen, Initiativen und Vorstellungen mit Altersgleichen und mit politischen Mandataren der Walgaugemeinden austauschen können.
Die Jugendkonferenz findet im Sonnenbergsaal der Gemeinde Nüziders statt. Die Durchführung wird von der Regio im Walgau und vom Land Vorarlberg finanziell mitgetragen.






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